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Die Neustadtswallanlagen

Die Geschichte

Die Neustadtswallanlagen sind ebenso wie die denkmalgeschützten Altstadtswallanlagen aus der alten Bremer Stadtbefestigung hervorgegangen. Die schrittweise durchgeführte Modernisierung der Parkanlage hat nicht nur die Verbesserung der Aufenthaltsqualität zum Ziel, sie soll auch betonen, dass die Neustadtswallanlagen Bestandteil des alten historischen Wallrings sind.

Allerdings hat die Grünanlage, ebenso wie die Neustadt selbst, eine andere Vorgeschichte. 1614 beauftragte die Stadt den niederländischen Festungsbaumeister van Valckenburg mit dem Entwurf einer verbesserten Stadtbefestigung. Die Pläne van Valckenburgs sahen eine „neue Stadt” vor, annähernd von der Größe der Altstadt (ca. 104 ha), mit gitterförmigem Straßennetz und Stadtgraben. Aus dem Grabenaushub sollte ein Festungswall mit sieben sternförmigen Bastionen aufgeschüttet werden. 1623-1627 wurde die „Planstadt” mit den Befestigungsanlagen hergerichtet. Der Stadtwerder wurde 1664 mit einer 8. Bastion in die Stadtbefestigung einbezogen.

Nachdem die Befestigungsanlagen aufgrund der Weiterentwicklung militärischer Technik als überholt galten, wurden die Neustadtswallanlagen ab 1805 entfestigt, drei Jahre nach den Altstadtswallanlagen. Allerdings wurden die Neustadtswallanlagen von Beginn an weniger als hochklassige Parkanlage denn als „Baulandreserve” behandelt. Nur im westlichen Teil entstand eine einfache landschaftliche Anlage, von der eine Allee parallel zum Stadtgraben ausging. Das übrige Areal wurde als Gartenland verpachtet.
Seit 1815 wurden zunehmend Grünflächen durch öffentliche Gebäude in Anspruch genommen (erste Kaserne am Hohentor, weitere folgten). Zunehmend störten breite Hauptverkehrsachsen den Zusammenhang der Grünanlage. 1891-1903 wurde schließlich der Stadtgraben zugeschüttet.

Dennoch haben auch die Neustadtswallanlagen Historisches zu bieten: zum Beispiel die Piepe, die ehemals als Holzhafen diente und inzwischen das letzte Überbleibsel des ehemaligen Stadtgrabens in der Neustadt ist, den Centaurenbrunnen von 1891 (ursprünglicher Standort Schwachhauser Heerstr./Bismarckstr.), der 1958 in die Grünanlage versetzt wurde oder den Hohentorsplatz, der 1952 fast zeitgleich mit dem Fockegarten (1951) auf der anderen Weserseite durch Gartenbaudirektor Ahlers geschaffen wurde.

Neugestaltung und Gegenwart

Im Laufe der Zeit machten sich durch Bebauung und Straßenführung in den Wallanlagen auf der Neustadtsseite massive Einschnitte in das Grün breit, was sich negativ auf die Parkqualität auswirkte. Nach intensiven Abstimmungen im Stadtteil nahm Umweltbetrieb Bremen ab 1998 eine umfangreiche Sanierung der Parkanlage vor. Ästhetik und Funktionalität wurden hier so miteinander verknüpft, dass der Park auf vielfältige Weise allen Nutzergruppen zugänglich ist.

Verharrten vor der Sanierung kleinteilige, zugewachsene Anlagen in einer isolierten Lage und konnten nur begrenzt genutzt werden, entstanden mit der Neugestaltung durch Wegeverlegung und Zusammenführung großzügige Freiräume, die die Weite des Parkes betonen und seine charakteristischen Qualitäten hervorheben. Die durch Straßenführung getrennten Parkteile wurden so wieder in einen Gesamtzusammenhang gesetzt. Die im Park liegenden Bauwerke, Skulpturen und Kunstdenkmäler, wie die Justitia am Hohentor oder der Zentaurenbrunnen am Leibnizplatz, wurden nicht weiter wie Fremdkörper behandelt sondern in die Gesamtgestaltung integriert. Die Öffnung nach Außen erfolgte unter anderem mit Hilfe einladender Eingangsbereiche, die die Grünanlage wieder mit dem Stadtteil vernetzen.

Die Gestaltung der Neustadtswallanlagen geht eine gelungene Symbiose aus Form und Funktionalität ein. Eingebettet in eine sanfte, hügelige Topographie bietet der Park eine Vielfalt an Nutzungsangeboten, vom Natur- und Wasserspielplatz über den Jugendplatz bis hin zum Basketball und Streetballfeld. Darüber hinaus entwickelte sich der Park in der mit Grün wenig ausgestatten Neustadt zu einem zentralen Knotenpunkt für die täglichen Wege.
Die Wallanlagen sind in Deutschland einzigartig. Neben der Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität verfolgt die Sanierung der Neustadtswallanlagen ein weiteres stadtplanerisches Ziel: Das Herausarbeiten der Gesamtwallanlagen links und rechts der Weser als zusammenhängende städtebauliche Grundfigur.

1998 begann die schrittweise Modernisierung der Neustadtswallanlagen in vier großen Teilabschnitten:

1998- 2001 Zentralbereich (Zwischen Langemarckstraße und Friedrich-Ebert-Straße)

2004-2006 Leibnizplatzpark am Zentaurenbrunnen (Friedrich-Ebert-Straße / Buntentor)

2005-2006 Justitiapark (Zwischen Hohentorsstraße und Langemarckstraße)

2006-2007 Piepe (Buntentorsteinweg /Werdersee)

Hier finden Sie Informationen zur Pflege von öffentlichen Grünanlagen in Bremen.
Pflege von Grünanlagen