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Der Hohentorspark

Ein Kleinod in der Neustadt

Es war das Jahrzehnt der Gelfrisuren, des Rockabilly und des Toast Hawaii. Wir waren zwar noch kein Papst, dafür aber Fußballweltmeister und aus einer kriegszerstörten Nation erhob sich das zarte Pflänzchen des beginnenden Wirtschaftswunders.

Dies war die Geburtsstunde des Hohentorsparks. 1951 wurde er als Teil der Neustadtswallanlagen im typischen Stil seiner Zeit angelegt. Inmitten der unbebauten und teilweise noch brachliegenden Umgebung wirkte der Park mit seinem charakteristischen Senkgarten und den Staudenbeeten wie ein wertvolles Kleinod städtischer Landschaftsarchitektur. Er war Treffpunkt, Spielwiese und Freizeitmittelpunkt für die damalige Bevölkerung.

Mehr als 60 Jahre später überrascht der Park eher durch seine geradezu meditative Stille, was angesichts der Geräuschkulisse der Hochstraße paradox klingen mag. Doch gerade hier, in diesem abgeschiedenen Winkel der Neustadtswallanlagen genießen viele vom Alltagstrott gestresste Menschen zwischen den blühenden Stauden Momente der inneren Ruhe.

Bis zu seiner Sanierung im Jahr 2012 war dies eine sehr in die Jahre gekommene Idylle. Zugewachsene Eingangsbereiche, marode Wege und eingefallene Mauern zeugten von einem dringenden Sanierungsbedarf. Mit behutsamen Eingriffen wurde die Parkanlage dann im Auftrag des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa vom Umweltbetrieb Bremen behutsam denkmalpflegerisch wiederhergestellt.

In Zuge dessen wurden auch zwei historische Skulpturen, die sicher jeder Parkbesucher kennt, von ihrem Schattendasein befreit und bekamen den Rahmen, den sie verdienen. Die „Schnitterin“ und der „Hopfenbrauer“ schmücken jetzt den Eingangsbereich. Ihr Entstehungsdatum geht auf das Jahr 1890 zurück.

Noch mehr zur Geschichte des Hohentorparks

Der Hohentorspark ist im wahrsten Sinne des Wortes „auferstanden aus Ruinen“. Diente er vor dem Zweiten Weltkrieg als Brachfläche jahrelang als Stellplatz für Zirkuszelte, Karussells und Fahrgeschäfte sowie als Exerzierplatz wurde er 1951/1952 unter der Leitung des Gartenbaudirektors Erich Ahlers im Stile seiner Zeit zu einer der ersten bremischen Nachkriegsparkanlage.

Besonderes Merkmal ist der zentral platzierte Senkgarten mit großflächiger Staudenbepflanzung und Bänken zum Verweilen. Die ihn umschließende Mauer entstand aus Trümmern der zerbombten Altstadt und trägt somit noch heute Zeugnis von den damaligen Verhältnissen. Aus diesem Grunde wurde sie bei der Instandsetzung größtenteils in den Originalzustand versetzt.

Ein wassergebundenes Wegenetz wurde von zahlreichen Blumenbeeten und einem Wasserbecken gesäumt, denn von Anfang an war der Hohentorspark mehrheitlich mit Stilelementen eines Hausgartens angelegt worden. Er war eine grüne Oase in der sonst noch tristen und geräumten Neustadt und Kinder aus dem gesamten Stadtteil nutzten ihn zum Toben und konnten so in eine grüne Lunge eintauchen, wie es sie in der unmittelbaren Umgebung nicht mehr gab.

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