Sie sind hier:
, png, 153.3 KB

Stadtgarten Vegesack

Entstehung

Der Stadtgarten Vegesack geht zurück auf den Botaniker Dr. Wilhelm Albrecht Roth (1757-1834). 1827 baute er ein Sommerhaus am Weserhang und kultivierte die Vegesacker Wasserkante, ursprünglich Sand- und Heideflächen am steilen Weserufer, als Garten, in dem er zahlreiche seltene Bäume und Sträucher pflanzte. Er begründete damit einen attraktiven Standort für Sommersitze berühmter Bremer Persönlichkeiten. Der Rothsche Garten erstreckte sich von der heutigen Strandlust bis zur Bremer Vulkan, in der Breite etwa bis zur heutigen Gerhard-Rohlfs-Straße.

Nach dem Tod Dr. Roths erwarben verschiedene wohlhabende Bürger den Rothschen Landbesitz an der Weser, errichteten dort Villen mit Gärten, die sich von den Weserhängen bis zum Flußufer erstreckten. Das untere Gartengelände wurde bis 1898 aus Weserschlamm aufgespült und bepflanzt.

Erst 1923 bewirkte öffentlicher Druck, dass eine öffentliche „Strandstraße“, heute die Vegesacker Uferpromenade, dieses Weserufer für die breite Bevölkerung erschloss. 1929 erwarb die Stadt das erste der privaten Grundstücke, den an der Weser gelegenen Garten des Kaufmanns und Senators C.W.A. Fritze. Dieser Garten wurde zur Keimzelle des heutigen Stadtgartens als öffentlicher Park. Oberhalb dieser Parkflächen liegt das Teehaus des Senators Fritze, in den 1938 das Ortsamt Vegesack einzog. Die Stadt übergab den Garten an den 1930 gegründeten Stadtgartenverein, der den „Stadtgarten“ neu gestaltete und gärtnerisch pflegte.

Nach der Auflösung des Vereins im Jahr 1940 wurde 1948 der „Stadtgartenverein für Vegesack und Umgebung e.V.“ neu gegründet. Der während des Krieges verwüstete Stadtgarten wurde innerhalb von zwei Jahren wiederhergerichtet. In der Folge entwickelten sich Stadtgarten, Strandstraße und vorgelagerter Strand immer mehr zu einem Ausflugsziel für Erholungssuchende. Aufgrund des Weserausbaus ersetzte seit 1976 eine Stahlspundwand den Sandstrand an der Weser.
Die Stadtgemeinde Bremen verfolgte über Jahrzehnte die Absicht, zwischen Utkiek/Strandlust und Schulkenstraße/Fährgrund eine attraktive öffentliche Grünanlage für Vegesack anzulegen. Nach und nach erwarb die Stadt daher die weiteren Grundstücke zwischen Strandstraße und Hangkante. 1983 wurde das Grundstück am Nordende der Weserpromenade im Bereich Schulkenstraße von der Bremer Vulkan an die Stadt verkauft. Im Jahr 2000 erhielt die Stadt durch eine Schenkung der Familie Lürssen das letzte Grundstück, das dem Stadtgarten zu seiner Komplettierung noch fehlte.

Gestaltung und Highlights

Nach dem Erwerb nahezu sämtlicher Flächen beauftragte die Stadt ein Gestaltungskonzept, das 1988 von den Landschaftsarchitekten Wehberg/Lange/Eppinger/Schmidtke aus Hamburg vorgelegt wurde. Dieses Konzept wurde bis zum Jahr 2000 zu einem Großteil umgesetzt. Die Pflege und Entwicklung des Stadtgartens liegt in der Verantwortung von Umweltbetrieb Bremen in Kooperation mit dem Stadtgartenverein.

Noch immer bevölkern seltene Pflanzen den Stadtgarten. Der Trompetenbaum unterhalb des Ortsamtes soll noch auf Dr. Roth zurückgehen. Von den Baumpflanzungen um 1898 ist noch eine Reihe alter Blutbuchen erhalten. Daneben sind neben vielen anderen botanischen Besonderheiten der Götterbaum, die Himalaya-Mahonie, die Zaubernuss und der Safrankrous zu bestaunen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Installationen zu bewundern, wie die Mosaikinstallationen der Künstler Rennert/Borstel/Hinken (1993), die Sonnenuhr aus Sandstein, den Schlepper „Regina“ oder den elf Tonnen schweren Schiffspropeller der Bremer Vulkan. 1995 wurde das Rosarium unterhalb des Theresienhauses eingeweiht. Viele fleißige Helfer setzen das Werk des Dr. Wilhelm Albrecht Roth noch heute fort. Denn auch im Stadtgarten geht es nicht ohne ständige, liebevolle Pflege und regelmäßige Investion in Erhalt und Weiterentwicklung des Parkes.

Hier finden Sie Informationen zur Pflege von öffentlichen Grünanlagen in Bremen.
Pflege von Grünanlagen